Martin Munkacsi Ausstellung @ Martin Gropius Bau

” Es muss 1931 oder 1932 gewesen sein, als ich eine Aufnahme Ihres Vaters sah von drei schwarzen Jungen, die in das Meer hinein rennen. Und ich muss sagen: Es war diese Fotografie, die für mich der Funke war, der das Feuerwerk abbrennen liess. […]
Plötzlich begriff ich, dass es der Fotografie möglich ist, die Ewigkeit zu erreichen durch den Moment. […]”

Henri Cartier-Bresson hat 1977 dieze Zeilen der Tochter des Munkacsi geschrieben.

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Martin Munkacsi wurde 1896 geboren. 1963 starb er.

Im Martin-Gropius-Bau gibt es bis 6. November 2006 eine Ausstellung mit vielen originalen Abzügen und ich hatte die Möglichkeit bei der Eröffnung dabei zu sein.

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Wenn man aus einer gewissen entfernung seine Bilder betrachtet, hat man am Anfang das Gefühl man saehe einen zweiten Weegee. Allerdings so bald man die Bilder Munkacsis naeher betrachtet, entkommt man diese Gefühl und findet sich wieder in einer Zeitlupe der U.S.A.

Aus Ungarn stammende jüdischer Junge schafft es trotz schwierigen Familienverhaeltnissen in Budapest für Zeitschriften und Zeitungen Bilder zu liefern und 1934 kauft er sich ein Ticket in den Vereinigten Staaten wo er als Fotograf für Harper’s Bazaar zu arbeiten anfing. Danach kam sein Durchbruch. Er hat fast für alle namenhaften Zeitungen und Zeitschriften fotografiert.

Wenn man die Ausstellung sieht, versteht man genauer in welchen Punkten er anders war als seine Zeitgenossen. Technik war für Munkacsi immer im Vordergrund. Seine Fotografie in der Bewegung stillgehalten wird ist aeusserst beeindruckend. Man bekommt das Gefühl er haette seine Models mit unsichtbaren Seilen aufgehangen und dann fotografiert.

Auf der anderen Seite hat er auch sehr viele Prominenten seiner Zeit fotografiert, unter anderem auch Staatsmenschen der Zeit wie Göbbels, Hitler u.a. Ich persönlich fühlte mich bisschen von seiner Nazi Fotografie bisschen gestört, ich habe eigentlich noch kritischere Bilder von ihm erwartet. Jedoch wirken seine Bilder (besonders von Hitler und Göbbels) neutral, fast freundlich. Erst nach dem man die ganze Ausstellung gesehen hat, merkt man, dass es nicht eine Absicht sondern sein Stil gewesen war. Er hat seinen Job so getan wie er wollte.

Die Ausstellung findet in grossen Raeumen statt. Ich muss schon gestehen, dass sie am Anfang fast langweilig wirkt aber ich empfehle definitiv sich alles anzuschauen denn in dem letzten Raum findet man tatsaechlich die echte Fotografiekunst des Herrn Munkacsi und kann ein Bild oder das andere nicht verlassen. Mein Lieblingsbilder von ihm sind die Bilderpaare die jedenfalls in den letzten Raeumen zu finden sind.

Ich habe leider keine Bilder von der Ausstellung selbst, denn wir fanden es nicht richtig im Ausstellungsraum zu fotografieren wie manche andere es getan haben. Erstens waren fast alle Bilder noch die originale Abzüge und zum zweiten ich würde mir lieber ein Bildband von ihm kaufen anstatt seine Arbeit auf digitale Medien zu speichern.

Die Ausstellung dauert bis 06.November 2006. Eintritt kostet 6 Euro / 4 Euro.

Erwartet nicht viel, er war ein Mainstream-Fotograf gewesen der ab und an für sich selbst und in Name der Kunst fotografiert hat aber die ein paar Bilder sind es schon Wert die Ausstellung zu sehen.

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